Reflexhemmungstherapie (RHT)

Viele Entwicklungsstörungen bei Kindern, die sich sowohl in den schulischen Leistungen als auch im sozio-emotionalen Bereich und in der motorischen Entwicklung bemerkbar machen, beruhen auf noch ungehemmten frühkindlichen Reflexen.

In unserer Praxis wird sowohl nach den Grundsätzen von Sally Goddard gearbeitet, als auch nach Dr. Wolfgang Gündel. Wir behandeln im Rahmen eines Beobachtungs- und Überprüfungsverfahrens zur Feststellung von persistierenden Reflexen bei Kindern mit neuro- und sensomotorischen Regulationsstörungen sowie den daraus folgenden Therapieansätzen.

Nach heutigen Erkenntnissen ist z. B. nicht auszuschließen, dass ein persistierender (ungehemmter) ATNR (Asymmetrisch-tonischer-Nacken-Reflex, besser bekannt als Fechterstellung) das Kreuzen der Körpermitte verhindert, eine Seitendominanz sich nicht ausbilden lässt und sogar mit verantwortlich sein kann für den plötzlichen Kindstod, weil das Kind nicht in der Lage ist, in Bauchlage den Kopf zur Seite zu drehen. Fehlendes Kreuzen der Körpermitte erschwert das Erlernen der meisten Kulturtechniken, wie Schreiben, Lesen, Arbeiten mit Werkzeug (Schere, Hammer usw.), Arbeiten am Zahlenstrahl usw. Auch das flüssige Schön-Schreiben wird im Prinzip verhindert bzw. das Kind benötigt wertvolle Konzentration und Energie hierfür, die an anderer Stelle fehlt.

Zum Hemmen der Reflexe wird das Kind mit Körperaufgaben vertraut gemacht, die dann regelmäßig zu Hause unter Kontrolle und Anleitung der Eltern durchgeführt werden müssen. Die Elternarbeit bekommt hier einen noch größeren Stellenwert, als ohnehin in unserer Praxis üblich.

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